Drei Wochen auf dem Dach der Welt! Teil 3

Teil 3 von Thomas Hinkels Indienreise ließ eine Zeit auf sich warten. Doch es hat sich gelohnt, schöne Bilder weit ab vom heimischen Herbst und schlecht Wetterfronten entführen auf den Zanskar River God.[br][/br][br][/br][url="http://kajak.at/202/3_Wochen_auf_dem_Dach_der_Welt_Teil_3.html?selWeiter=weiter&selID=54ade235-4708-40dc-850e-0d2ca8debcfc"][b]Bildergalerie>>[/b][/url]

TopSiteNews Hinkel

Teil 3 von Thomas Hinkels Indienreise ließ eine Zeit auf sich warten, denn Thomas war viel mit Sickline, Kanumesse und Umzug beschäftigt. Doch das Warten hat sich gelohnt, schöne Bilder weit ab vom heimischen Herbst und schlecht Wetterfronten entführen auf den Zanskar River God.

Indien Hinkel

Quelle: Primetzhofer Florian

Tag IV

Als wir aufwachten stand die Sonne höher als sonst. Kein Wunder. Gestern war ein langer Tag und wir hatten die Pause einfach nötig gehabt. Wir hatten uns das Phuktal Kloster angeschaut und die schwerste Stelle des Tsarap Chu bewältigt. Geendet hat der Tag mit schönem non-stop Wildwasser IV und so sollte es auch weiter gehen. Den nächsten Tag beglückte uns der Fluss von seiner schönsten Seite. Das einzig Störende war die Straße am Flussufer, die uns seit den Rerufalls begleitete.

Der schöne Wildwasserabschnitt ging zu Ende, dafür wurde der Tsarap wieder enger. Nach einer Klamm öffnete sich dann vor uns ein riesiges Tal. Dies konnte nur bedeuten, dass der Zusammenfluss von Tsarp Chu und Doda nicht mehr weit war. Am Anfang des Tals liegt der Ort Padum. Will man nur die Zanskar-Schlucht befahren, kann man die Tour auch von hier aus starten. Wir jedoch machten in Padum nur eine kleine Pause und freuten uns nach mehreren Tagen in einsamer Zweisamkeit, wenigstens etwas Zivilisation zu finden. In einem kleinen Geschäft deckten wir uns, soweit es möglich war mit Getränken ein. Eine wahre Abwechslung zu chemisch desinfiziertem Flusswasser. Allerdings hielten wir es mit unseren Paddelklamotten nicht lange in der Hitze aus und machten uns wieder auf den Weg.

Indien Hinkel

Quelle: Primetzhofer Florian

Kurz nach dem Zusammenfluss von Tsarap Chu und Doda zum Zanskar

Es folgten gut 40 Km Flachwasser mit wenigen Kiesbankschwällen und einer brüllenden Hitze, die uns fast umbrachte. Um wenigstens unsere Gesichter vor der Sonne zu schützen, bastelten wir uns aus Schaumstoffresten, die eigentlich als Fittingmaterial dienten, zwei provisorische Sonnenschirme. Und die Hände wurden so oft es ging eingecremt.

hinkel indien

Quelle: Primetzhofer Florian

hinkel Indien

Quelle: Primetzhofer Florian

Indein Hinkel

Quelle: Primetzhofer Florian

boote, paddel, plane - unser campDer folgende Abschnitt war paddeltechnisch wirklich langweilig, dafür bot die Landschaft einen unglaublichen Anblick. Ich habe noch nie so viele Gletscher in einer so unwirklichen Welt gesehen, wie im Quellgebiet des Zanskar, einfach atemberaubend. Allerdings waren wir auch froh, als sich das Tal wieder verengte und sich die große Zanskar Schlucht unser an nahm. Noch etwa 100 Km lagen nun vor uns. Und auf den nächsten 80 Kilometern waren wir endgültig abgeschnitten vom Rest der Welt. Kein Wanderwege, kein Trampelpfade begleiteten uns in diesem Bereich. Doch bevor es weiter ging hieß es erst einmal wieder Lager aufbauen. Inzwischen waren wir so geübt, dass wir uns aus Plane, Booten und teilbarem Paddel das ultimative Schlafgemach für Kanuten bauten.

Am nächsten Tag genossen wir die Einsamkeit der Schlucht und wunderten uns immer wieder über die ungewöhnlichen Gesteinsformationen und -farben. An einem klaren Seitenbach unterbrachen wir unsere Tour für eine Pause, um unsere Trinkflaschen zu befüllen. Bei einem Blick auf die Karte waren wir dann ziemlich überrascht, wie schnell wir voran kamen. Die Strömung in der Schlucht musste um einiges höher sein als am Tag zu vor. Wir schätzten die Lage ab und kamen zu dem Entschluss, dass wir uns heute früher einen Schlafplatz suchen würden. Einfach um die Abgeschiedenheit noch einmal so richtig zu genießen und eine frühzeitige Ankunft am Ziel zu vermeiden.

indien Hinkel

Quelle: Primetzhofer Florian

Indien Hinkel

Quelle: Primetzhofer Florian

Somit unterbrachen wir unsere Fahrt schon am frühen Nachmittag. Ich nutzte die „freie“ Zeit für ein kleines Nickerchen, während Flo den Bachlauf erkundete, an dessen Mündung wir unser Camp aufschlugen. Vor lauter Langeweile und mit dem guten Gewissen, dass wir am nächsten Abend wieder essen gehen können, verschlangen wir Unmengen an Essen und vernichteten unseren letzten Vorrat.

indien hinkel

Quelle: Primetzhofer Florian

Am nächsten Tag erreichten wir nach ca. 30 Kilometern jenen Abschnitt, welchen wir schon vor einer Woche zum Einfahren gepaddelt sind. Leider mussten wir feststellen, dass der Wasserstand inzwischen gut einen halben Meter gefallen war. Dies wirkte sich stark auf die Fließgeschwindigkeit aus. In machen Bereichen pulsierte das Wasser dadurch so stark, dass man das Gefühl hatte, man paddele gegen die Strömung. Am Nachmittag erreichten wir die Mündung in den Indus und wenige Kurven weiter das Raftcamp in Nimu, unser Ziel.


Bild rechts: Einige Gletscher im Padum Gebiet

Glücklich und Zufrieden fielen wir uns in die Arme und schälten uns aus den Trockensachen. Im Camp bekamen wir etwas zu Essen und fanden sogar noch am gleichen Tag eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Leh, zum Ausgangspunkt unserer Reise.

Hinkel Indien

Quelle: Primetzhofer Florian

Schon auf der Fahrt dahin diskutierten wir die weiteren Möglichkeiten und versuchten uns am Abend über neue Ziele zu informieren. Zufällig trafen wir eine sechsköpfige Truppe aus England, die am nächsten Tag die Zanskarschlucht angehen wollten und uns bzgl. Tipps ausfragten. Wir wiederum erfuhren, dass sich in der Nähe von Kargil, der wohl beste Fluss Kaschmirs befindet, der Drass River. Ebenfalls ein Seitenfluss des Indus, jedoch 250 Km flussabwärts. Das hieß mal wieder eine lange Busfahrt in Kauf nehmen. Und es geht weiter



Text: Thomas Hinkel/playboaters.de

...Fortsetzung folgt in nicht allzu ferner Zukunft....

Im Social-Web teilen:
TrustedPaddler
Ausgebildeter Physiker, Redakteur, Herr über Tausend Zeilen Code auf 4-Paddlers.com und spätberufener zugereister Paddler aus Augsburg.

Drei Wochen auf dem Dach der Welt!

1 Kommentar

  1. TopSiteNews Hinkel
    Christianvor 13 Jahren

    Mit dem Mystic unterwegs in einer mystischen Landschaft. Viel besser gehts nicht.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert mit *.

Deine Daten

Bitte achte auf eine korrekte Mailadresse. Wir schicken dir gleich eine Mail, um deine Identität zu verifizieren. Dein Eintrag wird erst danach angezeigt.